Autor: Jan

 

Gesehene Fassung: siehe hier

 

FILMRATING: 81%

 

Titel: Event Horizon - Am Rande des Universums

 

OT: Event Horizon

 

Herkunft: USA (1997)

 

Regie: Paul W.S. Anderson

 

Drehbuch: Philip Eisner

 

Darsteller: Laurence Fishburne, Sam Neill. Joely Richardson, Kathleen Quinlan, Richard T. Jones, Jack Noseworthy, Jason Isaacs, Sean Pertwee, Peter Marinker, Holley Chant, Barclay Wright, Noah Huntley, Robert Jezek

 

Länge: ca. 92 Minuten

 

Inhalt: Wir schreiben das Jahr 2047. Einige Jahre zuvor verschwand das Forschungsraumschiff „Event Horizon“ spurlos. Jetzt wurde ein Signal empfangen und die amerikanische Raumfahrtbehörde reagiert sofort. Ein kompromissloser Captain, seine Elite-Crew und der Konstrukteur des vermissten Raumschiffs werden auf die Suche nach der Quelle des Signals geschickt. Ihr Auftrag: den Mega-Raumkreuzer zu finden und zu bergen. Was sie finden, ist unvorstellbarer Terror. Was sie retten müssen, ist ihr Leben. Denn irgendjemand oder irgendetwas wartet nur darauf, sie in eine neue Dimension unvorstellbaren Schreckens zu stoßen...

 

Altersfreigabe (FSK): ab 16

 

Kritik: Ganz klar - Andersons bester Film. Nach diesem fast schon kultigem Horrorhit rutschte er jedoch leider in die Trash-Liga ab und drehte nur noch ab und an einen echten Hit (u.a. "Resident Evil"). Lag es vielleicht daran, das Anderson diesen Film nicht selbst geschrieben hat als sonst? Ist dies deshalb der beste Film von ihm? Naheliegend, aber nicht beweisbar. Nie wieder erreichte er eine so beklemmende und angsteinflößende Atmosphäre wie in diesem 90er-Jahre-Hit.

 

Auf Papier betrachtet klingt das nach dem gleichen Stuss wie Michael Bays „Armageddon“ oder Jon Amiels „The Core“. Aber hinter der scheinbar simplen Ideen verbirgt sich ein höllisch spannender Horrortrip, für den man starke Nerven braucht. Deshalb ist die FSK hier etwas irreführend. Den Film ab 16 freizugeben ist schierer Wahnsinn den dieser Film ist der reinste Horror-Terror und müsste locker das „Keine Jugenfreigabe“-Siegel bekommen (Weitere Informationen siehe unten). Was anfangs noch recht locker und ruhig zugeht, entpuppt sich im Laufe des Films zu einem irrealen Albtraum mit viel blutigem Stoff und harten Schockmomenten. Nicht nur das in dem Film viele spätere Hollywood-Stars wie Laurence Fishburne und Sam Neill mit spielen, auch ist das hier wohl der beste Film von Trash-Filmer Paul W.S. Anderson, der zuletzt die Drehbücher der „Resident Evil“ Filme schrieb. Optisch gesehen ist es purer Wahnsinn. Das Universum verdeutlicht haargenau die unendliche Weite des Nichts und macht somit die Angst vor dem Grauen bedrohlicher, auch wenn das eigentliche Böse nie direkt auftaucht. Die visuellen Effekte sind nicht so gut gelungen wie bei zeitgleich entstandenen Filmen, doch das stört nur minimal. Denn sobald die Crew die „Event Horizon“ betritt, ist es aus mit der Ruhe. Ein Schockmoment jagt den anderen und es gibt einige ziemlich kranke Szenen die manchmal auf dem Niveau von „Saw“ liegen. Brennende Menschen, zerstümmelte Leichen, blutgetränkte Kinder...und das alles in Nah-Aufnahme. Es wird viel gerannt und viel geschrieen und die Spannung nimmt einen förmlich gefangen. Action-mäßig bietet der Film auch einiges, allein das explodierende Raumschiff der Crew ist sehenswert. Auch wenn der Film sich als Science-Fiction präsentiert, ist es mehr ein Horrorschocker als ein Science-Fiction-Thriller, obwohl alles im Weltraum abspielt. Das Besondere an diesem Film ist, dass das Böse diesmal nicht in Gestalt einer Person oder eines Monsters auftaucht, sondern wirklich nur im Kopf der Opfer stattfindet und der Zuschauer wartet sehnsüchtig auf die Lösung all der Probleme, doch da wird man enttäuscht sein. Das ganze Finale ist etwas armselig und nicht befriedigend ausgefallen. Der Zuschauer erfährt weder Grund noch genauere Angaben der ganzen Geschehnisse und am Ende weißt der Film auch einige Logikfehler auf und es scheint wohl so als ob ein zweiter Teil irgendwann kommen wird, denn das Ende endet offen...und es gibt sicherlich noch viel Erzählstoff für einen zweiten, wenn nicht auch einen dritten Teil.

 

Wie oben bereits erwähnt, ist die Freigabe "ab 16" nicht korrekt. Offiziell bekam der Film zwar die Freigabe, dennoch erfüllt das Werk einige Kriterien eines Splatter-Films. Der Film bekommt von mir/uns ganz klar das "Keine Jugendfreigabe"-Siegel, mit der Begründung, dass eben genau diese klaustrophobische Machart gepaart mit den deftigen Schockszenen ziemlich die Nerven zum flattern bringen und teilweise sogar auf den Magen geht. 2-3 Szenen sind allerdings auch so hart, dass er fast die Grenzen überschreitet. Deshalb wäre für einen Jugendlichen der Film definitiv nicht geeignet und ist ein absoluter 18er-Kandidat.

 

Fazit: Harte Schockmomente gepaart mit klassischem Horror – kultverdächtigt!