Autor: Jan

 

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FILMRATING: 86%

 

Titel: Halloween: Die Nacht des Grauens

 

OT: Halloween

 

Herkunft: USA (1978)

 

Regie: John Carpenter

 

Drehbuch: John Carpenter, Debra Hill

 

Darsteller: Donald Pleasence, Jamie Lee Curtis, Nick Castle, Nancy Loomis, P.J. Soles, Brian Andrews

 

Länge: ca. 100 Minuten

 

Inhalt: Der kleine Michael Myers bringt in einer finsteren Halloween Nacht seine Schwester um. Viele Jahre später gelingt ihm die Flucht aus dem Sanatorium, in dem er eingesperrt war. Es ist wieder Halloween und in seiner Heimatstadt Haddonfield verfolgt Michael nur ein Ziel: Seine Schwester Laurie zu töten. Nachdem schon einige von Lauries Freunden dran glauben mussten, trifft sie auf Myers und versucht ihm zu entkommen. Für seinen Therapeuten Dr. Loomis, der die Gefahr erkennt, beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit...

 

Alterfreigabe (FSK): ab 16 (Neuwertung 2003)

 

Kritik: John Carpenter überraschte 1978 mit einem Horrorfilm, den man bis dahin nicht erblickt hatte. Statt auf grelle Effekte (damals noch trashig) setzte er auf Subtilität und ruhiger Erzählweise. Das Ergebnis kann sich zeigen lassen; seitdem ist Carpenter mehr oder weniger gut im Geschäft (Das Ding aus einer anderen Welt von 1982 ist ein wahres Meisterwerk und womöglich Carpenters Beser)

 

Obwohl „Halloween“ schon mehr als 30 Jahre alt ist, merkt man ihm das Alter kaum an. Der Horror schockt genauso grauenhaft-subtil wie damals, wirkt zwar etwas überholt, aber war immerhin einer der ersten Slasher Filme. Einer der besseren John Carpenter Filmen, in dem er wie so oft auch hier die Musik komponierte, welche dem Film einen schaurig-genialen Soundtrack lieferte, aber auch die Regie kann sich zeigen. Es gibt einige gewitzt-groteske Einfälle mit dem man nicht rechnete, da der Film, obwohl die Geschichte nicht viel Freiraum verspricht, immer wieder neue Haken einschlägt und somit kaum vorhersehbar ist. Die kleinen Kinder können auf Dauer nerven aber was noch viel schlimmer ist, ist die deutsche Vertonung. Der Vertonung hört man leider die 30 Jahre an den neu nachsynchronisiert wurde leider nicht. Es gibt viele Stellen bei dem man sich einfach die Ohren zuhalten möchte, da die Synchronisation hier leider nicht sehr gelungen ist. Daher ist es empfehlenswert, das Meisterwerk im Originalton anzuschauen. Nichts desto trotz liefert Carpenter der Beweis, das man mit sehr wenig Blut vergießen Spannung erzeugen kann. Allein Michael Myers ist der Kauf der DVD wert. Er taucht zwar nicht sehr oft auf, aber immer wenn er ins Bild tritt überkommt dem Zuschauer ein Nervenkitzel dem man kaum beschreiben kann, da die Spannung hier meist psychologisch ist. Der Mordakt ist hier ausnahmsweise Nebensache, denn das Spektakuläre an diesem Film ist nicht der Mord, sondern die Obsession der Opfer die fast den ganzen Film andauert, bis Myers gegen Ende zuschlägt. Das mag heute etwas merkwürdig vorkommen, den die Mord an sich wirkt ziemlich konstruiert mit gefährlichen Hang zum Trash, da die Darstellung Myers vor allem gegen Ende etwas überzogen ist. Das Finale jedoch ist ein hoch spannender Schlussakkord der nahezu schon fast legendär ist. Besessen von der Gier zu töten lässt er nicht locker und schafft es sogar ins Haus des Opfers. Untermalt von Carpenters schaurigem Finale-Soundtrack schafft es dieser Film in eine Liga, in der nur die besten Horrorfilme spielen. Das Remake 2007 von Rob Zombie kann man sich dagegen schenken, da der mehr auf Blutvergießen als auf die altmodisch, aber doch wirksamere Spannung von Carpenter zu setzen. Es war nur eine Frage der Zeit bis die Reihe in Serie gehen würde und sie schaffte es auch auf 6 Fortsetzungen sowie das Remake; Teil 2 ist bereits in Produktion, ebenfalls von Rob Zombie (dessen Trailer sieh aber vielversprechend aus, man darf also gespannt sein) Die Fortsetzungen kommen zwar alle brutaler und wesentlich blutiger daher aber nicht besser. Am Ende des Films ist alles offen und Teil 2 kann man sich noch antun, aber ab Teil 3 wird es langweilig und einfach nur unnötig. Einzige Ausnahme ist Dwight H. Littles vierter Teil, der fast den Spannungspegel von Teil 1 erreicht.

 

Die Freigabe ab 16 ist fragwürdig, da sie aus heutiger Zeit betrachtet ein wenig übertrieben ist. Klar, gegen Ende spritzt ein wenig Blut, aber es gibt sogar Filme die ab 12 Jahren sind in denen mehr Blut spritzt (z.B.: „King Arthur“, „Troja“). Zwar wurde der Film bereits 2003 neugeprüft (von einem lächerlichen „FSK:18“-Siegel auf die immer noch übertrieben 16-er Fassung, aber die FSK könnte ohne ein schlechtes Gewissen zu bekommen, den Film ruhig auf „FSK: 12“ runterstufen, bei den Fortsetzungen wäre das nun aber wieder eine komplett andere Geschichte.

 

 

Fazit: Kleines Meisterwerk in stubtiler Erzählweise mit legendärer Filmmusik.