Autor: Jan

 

Gesehene Fassung: siehe hier

 

FILMRATING: 91%

 

Titel: Aliens: Die Rückkehr

 

OT: Aliens

 

Herkunft: GB/USA (1987)

 

Regie: James Cameron

 

Drehbuch: James Cameron

 

Darsteller: Sigourney Weaver, Carrie Henn, Michael Biehn, Lance Henriksen, Paul Reiser, Bill Paxton, William Hope, Jenette Goldstein, Al Matthews, Mark Rolston, Ricco Ross, Colette Hiller

 

Länge: ca. 144 Minuten

 

Inhalt: Nach der ersten Begegnung Ripleys (Sigourney Weaver) mit dem Alien sind 57 Jahre vergangen. Ziellos treibt sie sich immernoch im Kälteschlaf befindlich durchs All. Zufällig wird sie entdeckt und wieder zurück zur Erde gebracht. Ihren Berichten über die Ereignisse mit dem Alien wird zunächst wenig Glauben geschenkt, doch als der Kontakt zu dem mittlweile bevölkerten, aus dem ersten Teil bekannten Planeten abbricht, wird Ripley gebeten zusammen mit einem Trupp Space-Marines nach dem Rechten zu sehen. Sie kommen zu spät - die komplette Kolonie wurde von den Aliens überrannt und das Einsatzteam muss es mit der Übermacht aufnehmen...

 

Altersfreigabe (FSK): ab 16

 

Kritik: 1987 - 8 Jahre nach dem Erstling erschien nun auch endlich die Fortsetzung. Für heutige Verhältnisse eine gigantische Zeitspanne (man erinnere nur an die jährlich folgenden SAW-Filme). Nichts desto trotz hatte sich das warten damals aufjedenfall gelohnt. Vor allem überließen die Produzenten Regisseur James Cameron erstaunlich viel Narrenfreiheit. Lediglich das Militär war ein Punkt, den das Studio in der Fortsetzung drin haben wollte. Den Rest durfte sich Cameron selbst zusammenmahlen. Und das Ergebnis ist defintiv mehr als einen Blick wert.

 

Bei James Camerons Version eines „Alien“-Films kann man ohne lange zu Überlegen tatsächlich vom Besten Teil der Saga sprechen. Statt Tempo und Stil des Erstling zu kopieren, geht Action-Neuling Cameron eigene Wege ohne jedoch den Kern der Geschichte aus den Augen zu lassen. 8 Jahre hatte es gedauert, bis Scotts müder, aber effektvoller „Alien“-Klassiker eine Fortsetzung fand. Das Warten hat sich gelohnt, denn man wird hier wirklich mit einem wahren Actionfeuerwerk in genialer Horrormanier belohnt. Nicht nur das die Figuren hier ausgereifter und mehr Tiefgang besitzen, auch macht die Story Sinn und beantwortet einige Fragen, die im Erstling offen blieben oder nur ungewollt angeschnitten wurden. Adrian Biddle, heute routinierter Kameramann bei Actionfilmen (u.a. „Die Mumie“) gab in diesem Film sein Debüt und schaffte es sofort in Hollywoods A-Liga. Den was hier visuell gezeigt wird, ist wirklich atemberaubend. Die schnellen Schnitte nehmen einem nicht nur den Atem weg, auch ist die oft wacklige Kamera erste Sahne und macht die Klaustrophobie förmlich spürbar. Obwohl der Film auf dem ersten Blick einem knallharten Science-Fiction Actionfilm im „Terminator“-Stil ähnelt, kommt der Horror nicht zu kurz, vor allem in der zweiten Hälfte schlägt er knallhart zu, für den man für die ein oder andere Sequenz einen starken Magen braucht. Ausstattung, Kamera, Schnitt sowie auch das Skript sind wie gesagt topp und weitgehend ohne Fehler, jedoch hat der Film einen kleinen Harken. Während im ersten Teil nur ein Alien die Besatzungs-Crew in den Angstzustand versetzte, sind es im zweiten Teil das gut 1000-fache. Und dadurch, dass der Film so viele Aliens beinhaltet und viele Handlungsstränge, hat man ein wenig das Gefühl, der Film sei überfrachtet und einfach viel zu voll gepackt, dass locker für 2 Filme gereicht hätte. Jedoch wenn man James Camerons Filme kennt, weiß man, dass das nun mal sein Stil ist, Geschichten zu erzählen. Allerdings ist ihm bei diesem Film sein berühmter Kniff nicht gelungen, aber der Ansatz ist durchaus lobenswert, da der Film den ersten Teil weitgehend in Schatten stellt und eine neue Ära einläutete: „Außerirdischen-Schlachten“. Es gab viele Nachahmer von „Aliens: Die Rückkehr“, und die 2 berühmtesten Filme sind die beiden „Predator“-Filme von Produzent Joel Silver und den Regisseuren John McTiernan als auch Stephen Hopkins. Ob sie damals schon wussten, dass Trash-Filmer Paul W.S. Anderson die beiden Alien-Giganten in eine eisige Schlacht in der Antarktis zusammenführt? Das sei mal dahingestellt. Nichts desto trotz ist James Cameron der bislang beste Alien-Schocker aller Zeiten gelungen, mit wohl dosierter, aber extrem explosiver Action. Top!

 

Im Gegensatz zu Scotts Alien-Version ist hier die FSK-Freigabe "ab 16" mehr als gerechtfertigt. Atmosphäre und Spannung sind wesentlich düstere und rasanter gestaltet, auch sieht man hier sehr oft das grauenhaft-designte Alien, dass selbst nach 20 Jahren immer noch höllisch gut aussieht. Auch in puncto Gewalt ist der Film eine gewaltige Steigerung, deswegen wäre eine Sichtung für Leute, die eine Abneigung gegen Gewalt haben, nicht empfehlenswert. Denn viele Gewaltszenen haben fast schon einen grotesken Charme und sind teilweise sogar gewaltverherrlichend.

 

Fazit: Besser als Teil 1! Top-Horroraction in einem nahezu perfektem Film