Autor: Jan

 

Gesehene Fassung: siehe hier

 

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Titel: The Fog - Nebel des Grauens

 

OT: The Fog 

 

Herkunft: USA (2005)

 

Regie: Rupert Wainwright

 

Drehbuch: Cooper Layne

 

Darsteller: Tom Welling, Maggie Grace, Selma Blair, DeRay Davis, Kenneth Welsh, Adrian Hough, Rade Serbedzija

 

Länge: ca. 102 Minuten

 

Inhalt:

 

Altersfreigabe (FSK): ab 16

 

Kritik: John Carpenter muss seine ganze Karriere lang ein Hoch und Tief verkraften, wobei in letzter Zeit vor allem das „Tief" ihn schwer zu schaffen macht. Wie tief muss man sinken, um ein vollkommen überflüssiges Remake des Kultklassikers „The Fog" zu drehen? Und das Erschreckende daran: John Carpenter selbst hat das Original gedreht; hier arbeitete er nicht nur am Drehbuch, er übernahm auch die Produktion und komponierte einige Stücke dazu. Wer führte Regie? Rupert Wainwright. Sagt Ihnen nichts? Mir auch nicht. Angeblich kommt er aus der Werbebranche bis er das Publikum mit dem Quasi-Remake „Stigmata" 1999 „überraschte". Erinnern Sie sich? Ich mich leider nur zu gut...

Kommen wir nun zu etwas völlig anderem. Der Film. Man kann eigentlich nicht mehr von einem Film reden; mehr von einer filmischen Vergewaltigung. Was genau wer tut und warum wer was tut ist letztendlich eigentlich Nebensache. Wainwright ist viel mehr damit beschäftigt, seine TV-Stars (u.a. TV-Superman Tom Welling) optisch anmutig rauszuputzen - was ihm zugegebenermaßen ganz gut gelingt. Nur das Ganze hat einen fast schon parodistischen Haken - fast jeder neue Horrorfilm ist optisch schlicht und einfach perfekt. Was das nun belangt, zieht Wainwright - wir ahnen es schon - den Kürzeren. Die Geschichte an sich ist nicht schlecht, da Carpenter im Normalfall kein schlechter Geschichtenerzähler ist, aber diese Geschichten hatten wir ja schon - und zwar 1980. Warum also ein Remake, das die Welt nicht braucht?! Mit dem Nebel hat man es auch ein wenig übertrieben, er verdeckt fast alles und die Auflösung ist hier noch konfuser als im Original - ja fast schon absurd-grotesk. Was die Macher hier abliefern ist im Allgemeinen absolute 08/15-Mainstream-TV-Serien-Unterhaltung. Man will das Publikum gruseln, langweilt es aber mit öden Dialogen die sich sekündlich an Dummheit übertreffen und statt einer Atmosphäre erzeugt Wainwright hier nur dilettantisches Gruseln, dass einen einfach nicht so richtig überzeugen mag. Im Mittelteil wird, wie man es erwartet, etwas geschehen. Natürlich sterben Leute oder so ähnlich, aber wir wollen hier ja nicht den Film verraten; was nun letztendlich geschieht wird nicht verraten, aber so viel sei gesagt: es ist absolut vorhersehbar, albern und fast schon lustig. Ja, man könnte dieses „Werk" eigentlich als Parodie verkaufen, würde es sich nicht nur so verdammt ernst nehmen! Hier macht nichts - rein Gar Nichts Spaß! Die Darsteller sind mau, die Texte dümmer als dumm, der Fortgang der Story so vorhersehbar, dass im Gegensatz dazu jeder Uwe Boll Streifen wie ein Shakespeare-Meisterwerk ist. Nein danke. Die Regie ist es - um mal nicht den Bogen zu überspannen - eine reine Vergewaltigung. Wainwright kopiert gnadenlos die Einfälle und Erzählweise wie damals Carpenter, nur eben unter aller Sau - was soviel heißt wie, er denkt er muss nichts machen, er lässt es einfach noch mal 1:1 abspielen - nur gnadenlos lustlos. Man sollte ihm die Regie-Lizenz entziehen, denn das, was er hier abliefert, ist unter aller - Pardon - SAU! Im Grunde hat er hiermit sogar den tollen Originalfilm zerstört, da man diesen nun nach dieser Tortur ja nicht mehr ernst nehmen kann. Dadurch das dass alles TV-Serien-Niveau hat, obwohl es ein Kinofilm ist wohlgemerkt, kann man das halt nicht mehr ernst nehmen - es ist ein sich unfreiwillig-parodierendes Werk mit sehr viel Trash-Appeal; dann doch lieber einen „guten" Trashfilm von J. Michael Muro oder Jim Wynorski. Deswegen: FINGER WEG! Carpenters Original gibt es mittlerweile zu humanen Preisen in vielen städtischen Läden. Greift lieber dazu und lasst das „Remake" bloß in Ruhe. Möge die Filmspule im Sonnenlicht zerfallen.

Das „FSK:16" Siegel ist im Normalfall gerechtfertig, da, trotz dass dies ein unglaublich schlechtes Werk ist, es immer noch ein Horrorfilm ist und es sich dementsprechend auch verhält. Die Blutszenen halten sich zwar in Grenzen, aber bei jüngeren kann die „Gruselatmosphäre" doch für Angstzustände Sorgen. Aber selbst wenn der Film „SPIO/JK: strafrechtlich unbedenklich" indiziert und beschlagnahmt wäre - das ist alles nur dilettantischer Quatsch und gehört in KEINE Filmsammlung. Nicht mal als Trash interessant. Schade.

 

Fazit: Grauenhaft-abartige Vergewaltigung eines Klassikers. Finger weg!