Autor: Jan

 

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FILMRATING: 83%

 

Titel: Scream - Schrei!

 

OT: Scream

 

Herkunft: USA (1996)

 

Regie: Wes Craven

 

Drehbuch: Kevin Williamson

 

Darsteller: David Arquette, Neve Campbell, Courteney Cox, Skeet Ulrich, Rose McGowan, Matthew Lillard, Jamie Kennedy, W. Earl Brown, Drew Barrymore, Joseph Wipp, Lawrence Hecht, David Booth

 

Länge: ca. 106 Minuten

 

Inhalt: Ein Killer geht um in einer kleinen amerikanischen Provinzgemeinde. Die Schülerin Casey (Drew Barrymore), die einfach nur daheim vor dem Fernseher sitzt, wird sein erstes Opfer. Ihre Eltern finden sie aufgehängt im Garten, massakriert von einem Unbekannten. Die unheimliche Anschlagsserie setzt sich fort. Die junge Sidney (Neve Campbell), die auf dieselbe Schule wie Casey geht, wird ebenfalls bedroht. Aber kann das eine 17jährige Amerikanerin davon abhalten, sich nachts in einer einsamen Villa mit Klassenkameraden bei Bier und Popcorn Horrorvideos reinzuziehen?

 

Altersfreigabe (FSK): FSK 18 (indiziert, ungekürzt), FSK 16 (gekürzt)

 

Kritik: Innerhalb kurzer Zeit schrieb Autor Kevin Williamson das Skript zu "Scream", welches in den Händen von "A Nightmare on Elm Street"-Regisseur Wes Craven zum wahren Horrorvergnügen avancierte.


Dies ist in der Tat einer er sehr wenigen Nicht-Dramen, bei der die Dialoge richtig Laune machen. Williamsons weiß perfekt mit dem vielseitigen Genre umzugehen und baut mal hier mal da hübsche Anekdote und fiese Anspielungen rein. Das da selbst Craven selbst sein Fett abbekommt, macht die Sache noch amüsanter, da selbst ironisch. 

Zur Story braucht man nicht viel zu sagen, da sie sicher sehr bekannt ist. Im Grunde geht es um einen psychopathischen Irren, der Teenies jagt, sie tötet - aber man bis zur finalen Wendung nicht den wahren Täter schnappt. Die wahre Täteridentität ist zwar keine Überraschung, aber auch nicht zwingend vorhersehbar. Da ist mir - um ehrlich zu sein - der Twist bei der Parodie "Scary Movie" doch lieber gewesen. Aber seis drum.

Das es sich hier nicht um einen kaltschnäuzigen, todernsten Horrorthriller handelt, scheint jedem klar zu sein. Die Nebendarsteller sind herrlich überzeichnet, vor allem das Intro ist allein der Kauf der DVD wert. Wes Craven schafft es trotz der arg klamaukartigen Sequenz kurze, emotionale Stimmung aufzubauen. Die erste Tötung lässt einen mitfiebern, mitzittern. Sehr zur Geltung kommt diese Szene natürlich auch dank des famosen Scores von Marco Beltrami. 

Der Film ist vollgespickt mit Filmzitaten, viele werden darstellerisch sogar parodiert oder sogar auf ihre eigene Art interpretiert. Das dabei aber nicht nur plumper Klamauk an Überhand gewinnt, ist der sarkastischen Regie sowie der teils sehr bösen Abrechnung mit dem Genre zu verdanken. So nimmt Craven selbst seinen misslungenen, zweiten "A Nightmare on Elm Street" Film aufs Korn. Herrlich.

Auch wenn hier nun sehr viel mit Humor gearbeitet wird, kommt auch der Gewaltfaktor nicht zu kurz, wenn er aus heutiger Sicht nun schon sehr veraltet wirkt. Relative Schocks machen zwar nicht das Rennen, aber Craven weiß gekonnt Spannung aufzubauen. Und wieder einmal gewinnt die aufgebaute Suspense dank Beltramis Score noch mehr an Überzeugungskraft. 

Der finale Schlussakkord im Haus ist einer der besten Filmenden die es je gab. Da lässt Williamson seiner ganze Lust am Schreiben noch mal freien Lauf, wirft mit Filmzitaten nur um sich, um Craven scheint das daraus folgende Blutbad wirklich zu genießen.

Alles in allem ist dies nicht nur der erste, sondern auch der beste Teenie-Slasher-Film, dessen Genre praktisch mit diesem Film - 1996 - seinen Ursprung fand. Spannend, blutig, sarkastisch, böse - und mit einfach herrlichen Dialogen!

Im Übrigen ist die Indizierung absoluter Quatsch.

 

Fazit: Spannender Beitrag zur Teenie-Slasher-Welle mit nett sarkastischer Inszenierung!

 

23. April 2010